KI Agenten 2026: Was sie können, was sie kosten und wer sie anbietet

KI Agenten können Arbeitsabläufe beschleunigen und Aufgaben übernehmen, die sonst viele Stunden kosten. Doch wann lohnt sich ihr Einsatz wirklich und wann entsteht mehr Aufwand als Nutzen? Bei Weis Digital beschäftigen wir uns nicht nur theoretisch mit dem Thema, sondern entwickeln und nutzen eigene KI Agenten in unserem Arbeitsalltag. In diesem Artikel teilen wir unsere Erfahrungen, zeigen konkrete Einsatzmöglichkeiten und erklären, was KI Agenten können, was sie kosten und worauf Unternehmen beim Einsatz achten sollten.
8. Oktober 2026
Lesezeit: 7 Minuten
KI Agenten Können Kosten Anbieter

Das Wichtigste in Kürze

KI Agenten können Aufgaben selbstständig in einzelne Schritte zerlegen und ausführen.
26 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzten 2025 bereits KI.
Kosten hängen vor allem von Plattform, Nutzung, Schnittstellen und Entwicklungsaufwand ab.
Unsere Erfahrung: KI Agenten sparen vor allem bei klar definierten und wiederkehrenden Prozessen viel Zeit.
Eigene Erfahrung: Mit dem richtigen KI Agenten werden aus Stunden teilweise nur wenige Minuten.
SISTRIX KI Agent: Analysen, die früher Stunden dauerten, sind heute in wenigen Minuten erledigt.
Entscheidend bleibt der Mensch: Erfahrung, Kontrolle und gute Anweisungen bestimmen, wie gut ein KI Agent arbeitet.

Vom Chatbot zum KI Agenten: Entwicklung von einfachen Antworten über KI Assistenz bis zur selbstständigen Aufgabenbearbeitung

Was ist ein KI Agent und wie funktioniert er?

Ein klassischer Chatbot beantwortet Fragen. Ein KI Assistent unterstützt Sie bei einer Aufgabe, beispielsweise beim Schreiben, Recherchieren oder Zusammenfassen. Ein KI Agent geht einen Schritt weiter.

Er bekommt nicht nur eine einzelne Frage, sondern ein Ziel. Daraus kann er notwendige Zwischenschritte ableiten, Informationen beschaffen, Werkzeuge verwenden und Aktionen ausführen.

Die Plattform Lernende Systeme beschreibt diese Entwicklung als Wandel „vom Assistenten zum Akteur“. Auch Fraunhofer IAO und IAIS beschäftigen sich damit, wie KI Agenten Aufgaben planen, koordinieren und ausführen. (Quelle: Plattform Lernende Systeme; Fraunhofer IAO und IAIS)

Der Unterschied wird anhand eines einfachen Beispiels schnell verständlich.

Einem normalen KI Assistenten könnten Sie sagen:

„Fasse mir diesen Bericht zusammen.“

Ein Agent könnte dagegen die Aufgabe erhalten:

„Prüfe jeden neu eingehenden Bericht, fasse die wichtigsten Punkte zusammen, ordne sie dem passenden Projekt zu und hinterlege die Zusammenfassung an der vorgesehenen Stelle.“

Der Assistent hilft bei einem Arbeitsschritt. Der Agent soll möglichst viel vom gesamten Ablauf übernehmen.

Merkmal Chatbot KI Assistent KI Agent
Eingabe Frage Aufgabe Ziel
Arbeitsweise antwortet reaktiv unterstützt auf Zuruf plant und handelt innerhalb vorgegebener Grenzen
Werkzeugnutzung keine oder kaum begrenzt, zum Beispiel Suche bindet Systeme, APIs und Datenquellen ein
Mehrstufige Abläufe nein eingeschränkt ja, inklusive Zwischenschritten
Menschliche Rolle stellt Fragen gibt Anweisungen definiert Ziele, steuert und kontrolliert
Typisches Beispiel FAQ Bot auf der Website Textentwurf in einem KI Tool Anfrage aufnehmen, Informationen prüfen und weitere Prozessschritte auslösen

Technisch können Agenten deutlich komplexer aufgebaut sein. Für das grundsätzliche Verständnis lässt sich ihre Arbeitsweise aber auf einen einfachen Kreislauf herunterbrechen:

Wahrnehmen → Planen → Handeln → Prüfen

Der Agent erhält zunächst Informationen und ein Ziel. Anschließend plant er die notwendigen Schritte, nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Werkzeuge und überprüft das Ergebnis.

Dabei kann er abhängig von der jeweiligen Lösung auf unterschiedliche Quellen und Systeme zugreifen. Das können beispielsweise Dokumente, Datenbanken, Websites, APIs oder unternehmensinterne Informationen sein.

Gerade dieser Zugriff auf eigenes Unternehmenswissen macht Agenten interessant. Microsoft beschreibt für Copilot Studio beispielsweise die Einbindung verschiedener Wissensquellen. So muss sich ein Agent nicht ausschließlich auf das allgemeine Wissen eines Sprachmodells verlassen, sondern kann relevante Informationen aus dem jeweiligen Unternehmen in seine Arbeit einbeziehen. (Quelle: Microsoft)

Das klingt in der Theorie sehr geradlinig. In der Praxis liegt genau hier aber auch ein großer Teil der Arbeit. Ein Agent muss wissen, welche Informationen er verwenden darf, welche Werkzeuge für welchen Schritt vorgesehen sind und was passieren soll, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert.

Aus unserer eigenen Arbeit kennen wir genau diese Situation: Schon ein kleiner Fehler in einer Anweisung oder innerhalb eines Workflows kann dazu führen, dass ein Bot an einer Stelle hängen bleibt. Dann muss der Ablauf geprüft, die Ursache gefunden und die Anweisung angepasst werden.

Ein Agent ist deshalb nicht automatisch eine Abkürzung. Zunächst muss ein Prozess so sauber beschrieben werden, dass die Automatisierung zuverlässig funktioniert.

 

Agentic Loop eines KI Agenten mit den vier Schritten Wahrnehmen, Planen, Handeln und Prüfen als wiederkehrender Kreislauf

Was können KI Agenten konkret?

In der Praxis geht es meistens nicht darum, einen digitalen Mitarbeiter zu erschaffen, der plötzlich alles kann. Wesentlich interessanter sind klar abgegrenzte Prozesse.

Im Kundenservice kann ein Agent Anfragen verstehen, Informationen aus dem Wissensbestand abrufen, Antworten vorbereiten oder Tickets erstellen. Im Vertrieb kann er Informationen zusammentragen, Anfragen vorsortieren oder bei der Vorbereitung von Angeboten helfen. Bei internen Prozessen können Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, Berichte vorbereitet oder weitere Arbeitsschritte ausgelöst werden.

Auch innerhalb bestehender Unternehmenssysteme gibt es entsprechende Lösungen. SAP bietet mit Joule Agents beispielsweise Agenten für Geschäftsprozesse innerhalb der SAP Umgebung an. (Quelle: SAP)

Besonders interessant finden wir den Einsatz bei großen Informationsmengen.

Wenn wir beispielsweise einen umfangreichen Bericht erhalten, kann KI dabei helfen, nicht jede Seite zunächst vollständig manuell durcharbeiten zu müssen. Das System kann relevante Aussagen herausarbeiten, Informationen strukturieren und eine kompakte Zusammenfassung erstellen.

Für mich persönlich ist das einer der Bereiche, in denen KI bereits heute wirklich Zeit spart: große Mengen an Text und Informationen schnell erfassen und auf das Wesentliche reduzieren.

Gerade als Selbstständiger oder Entscheider braucht man nicht in jedem Fall sofort eine fünfseitige Ausarbeitung. Häufig ist zunächst eine saubere Zusammenfassung wichtiger, um einschätzen zu können, welche Stellen überhaupt einen genaueren Blick benötigen.

Ein Agent kann noch einen Schritt weitergehen. Er könnte Informationen selbstständig abrufen, analysieren, die relevanten Inhalte herausziehen und das Ergebnis anschließend an der vorgesehenen Stelle hinterlegen.

KI Agenten sind für uns dabei längst nicht mehr nur ein Thema, über das wir schreiben oder Kunden beraten. Wir setzen sie selbst im Arbeitsalltag ein und entwickeln eigene Lösungen für Aufgaben, die uns sonst viel Zeit kosten würden. Dadurch können wir auch aus eigener Erfahrung beurteilen, wo KI Agenten wirklich Arbeit abnehmen und wo ihre Grenzen liegen.

Wie wir KI Agenten bei Weis Digital einsetzen

Wir beschäftigen uns bei Weis Digital nicht nur theoretisch mit KI Agenten, sondern entwickeln und testen solche Lösungen auch selbst. Dafür haben wir in unserem eigenen Weis Portal einen Arbeitsbereich für sogenannte Worker eingerichtet. Dort können wir verschiedene KI Bots für unterschiedliche Aufgaben erstellen und individuell konfigurieren.

Worker Dashboard im Weis Portal mit individuellen KI Anweisungen und Einstellungen für den KI Agenten.

Bei der Einrichtung können wir unter anderem festlegen, wie gründlich ein Worker arbeiten soll und welche konkreten Anweisungen er erhält. Je nach Aufgabe lässt sich so ein Bot beispielsweise auf Recherche, Analyse oder andere wiederkehrende Arbeiten ausrichten.

Neue Worker können direkt im Portal angelegt werden. Dabei bekommt jeder Bot einen eigenen Namen und anschließend seine eigenen Einstellungen und Anweisungen.

Erstellung eines neuen Workers für einen KI Agenten in einem modernen SaaS Dashboard.

Das klingt zunächst recht einfach. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass die eigentliche Arbeit danach beginnt. Ein Bot ist nur so hilfreich wie der Prozess, den wir ihm vorgeben. Deshalb testen wir unsere Worker im Alltag und schauen genau, an welchen Stellen sie tatsächlich Zeit sparen und wo noch nachgebessert werden muss.

Ein Bot kann beispielsweise Informationen analysieren, längere Texte zusammenfassen, Rechercheergebnisse strukturieren oder mehrere Arbeitsschritte miteinander verbinden. Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben kann das eine echte Entlastung sein.

Gleichzeitig merken wir bei unseren eigenen Tests immer wieder, wie wichtig klare und präzise Anweisungen sind. Ein Mensch erkennt häufig intuitiv, wenn sich eine Bezeichnung geändert hat, ein Zwischenschritt fehlt oder etwas anders funktioniert als erwartet. Ein Bot kann an genau solchen Kleinigkeiten hängen bleiben.

Dann müssen wir die Anweisungen anpassen und den Ablauf erneut testen. Genau deshalb gehört für uns nicht nur die mögliche Zeitersparnis zur Bewertung eines KI Agenten, sondern auch der Aufwand für Einrichtung, Kontrolle und Optimierung.

 

Unsere persönliche Erfahrung

Wie groß die Zeitersparnis sein kann, sehen wir besonders bei unserem eigenen SISTRIX KI Agenten. Über MCP kann dieser auf externe Systeme und die dort verfügbaren Daten zugreifen und darauf aufbauend Analysen für uns durchführen.

Das spart uns inzwischen enorm viel Arbeit. Aufgaben, für die wir früher teilweise bis zu zehn Stunden benötigt haben, lassen sich heute innerhalb weniger Minuten erledigen. Der Agent ist gezielt auf diese Aufgabe ausgerichtet und weiß, welche Daten er benötigt und wie er diese für unsere Analysen aufbereiten soll.

Für mich persönlich liegt der eigentliche Mehrwert aber noch an einer anderen Stelle. Ich arbeite seit Jahren in diesem Bereich und habe viele dieser Analysen lange komplett selbst durchgeführt. Dadurch weiß ich, worauf es bei der Auswertung ankommt, welche Daten wirklich relevant sind und wann ein Ergebnis kritisch hinterfragt werden muss.

Genau dieses Wissen verschwindet durch KI nicht. Im Gegenteil. Die Kombination aus jahrelanger Erfahrung und der richtigen Nutzung von KI ist für mich das Entscheidende. Aufgaben, die mich früher viele Stunden gekostet haben, kann der Agent heute innerhalb weniger Minuten vorbereiten oder durchführen. Meine Erfahrung brauche ich trotzdem, um die Ergebnisse richtig einzuordnen und zu wissen, was ich dem Agenten überhaupt vorgeben muss.

Für mich ist das auch der sinnvollste Umgang mit KI. Sie soll das eigene Wissen nicht ersetzen, sondern dabei helfen, noch mehr daraus herauszuholen. Wenn Erfahrung und ein gut eingerichteter KI Agent zusammenkommen, kann man Prozesse, die man seit Jahren beherrscht, auf ein ganz anderes Niveau bringen und deutlich schneller und effizienter arbeiten.

Genau darin liegt für mich das größte Potenzial von KI Agenten: Das eigene Wissen bleibt die Grundlage, aber mit der richtigen KI Nutzung kann man wesentlich mehr daraus machen.

Wo KI Agenten an Grenzen stoßen

Ein KI Agent spart nicht automatisch Arbeit.

Das ist vielleicht die wichtigste Erfahrung, die wir aus unseren eigenen Tests mitnehmen.

Wenn ein Agent an einer Stelle hängen bleibt, beginnt die Fehlersuche. Warum wurde der nächste Schritt nicht ausgeführt? War die Anweisung unklar? Hat sich die Benutzeroberfläche verändert? Fehlt eine Berechtigung? Wurde eine Information anders ausgegeben als erwartet?

Und irgendwann stellt sich eine sehr einfache Frage:

Hätte ich die Aufgabe in dieser Zeit nicht einfach selbst erledigen können?

Genau diese Rechnung sollte man vor einer größeren Automatisierung machen.

Dabei geht es nicht nur um die Kosten der Software. Auch die Zeit für Einrichtung, Kontrolle, Fehlerbehebung und Wartung gehört dazu.

Ein weiterer Punkt ist die Qualität.

Wenn ein Agent zwar 30 Minuten Arbeit übernimmt, anschließend aber jede Ausgabe vollständig kontrolliert und korrigiert werden muss, sind diese 30 Minuten eben nicht vollständig eingespart.

Die Plattform Lernende Systeme verweist bei agentischer KI unter anderem auf Herausforderungen rund um Zuverlässigkeit, Datenschutz und Verantwortlichkeit. Die menschliche Rolle bleibt deshalb bei Zieldefinition, Steuerung, Überwachung und Qualitätssicherung wichtig. (Quelle: Plattform Lernende Systeme)

Das bedeutet nicht, dass Agenten keinen Nutzen haben. Im Gegenteil. Es bedeutet lediglich, dass man die richtigen Aufgaben auswählen muss.

Aus unserer Sicht lohnt sich ein genauer Blick auf sechs Punkte:

  • Häufigkeit: Wie oft fällt die Aufgabe wirklich an?
  • Prozess: Kann der Ablauf klar beschrieben werden?
  • Daten: Sind die benötigten Informationen digital und zuverlässig verfügbar?
  • Aufwand: Wie viele einzelne Arbeitsschritte müssen miteinander verbunden werden?
  • Kontrolle: Wie leicht lässt sich prüfen, ob das Ergebnis korrekt ist?
  • Zeitersparnis: Bleibt nach Einrichtung, Kontrolle und Wartung überhaupt noch ein relevanter Vorteil?

 

Für eine Aufgabe, die einmal im Monat zehn Minuten dauert, braucht man wahrscheinlich keinen eigenen Agenten.

Was kosten KI Agenten?

Eine pauschale Antwort wie „Ein KI Agent kostet X Euro“ wäre unseriös. Dafür unterscheiden sich sowohl die Plattformen als auch die Anwendungsfälle zu stark.

Grundsätzlich können Kosten für die eigentliche Plattform oder Lizenz entstehen. Hinzu kommen je nach System nutzungsabhängige Gebühren für Aktionen, Credits, Tokens oder Modellaufrufe. Sobald weitere Unternehmenssysteme angebunden werden, entstehen außerdem Aufwand für Schnittstellen, Datenanbindungen, Einrichtung und Entwicklung.

Und dann gibt es noch einen Kostenpunkt, der schnell vergessen wird: die Zeit der Menschen, die den Agenten testen, kontrollieren und verbessern.

Gerade diesen Punkt würden wir aus unserer eigenen Erfahrung nicht unterschätzen.

Ein Agent, der in einer Testumgebung einmal funktioniert, ist noch lange kein Agent, den man unbeaufsichtigt in einen Unternehmensprozess schicken sollte.

Anbieter und Produkt Abrechnungslogik Konkrete Sätze laut Anbieter
Microsoft Copilot Studio Copilot Credits, als Prepaid Paket oder nutzungsbasiert über Azure klassische Antwort 1 Credit, generative Antwort 2 Credits, Agentenaktion 5 Credits, Sprachausgabe je nach Stufe 10 bis 75 Credits pro Minute. (Quelle: Microsoft, Stand Oktober 2026)
SAP Joule Agents verbrauchsabhängig über AI Units beziehungsweise Capacity Units im Rahmen von SAP Business AI keine öffentlichen Pauschalsätze. (Quelle: SAP)
AWS Amazon Bedrock Agents Abrechnung über die genutzten Foundation Models und AWS Ressourcen Kosten entstehen unter anderem durch die verwendeten Modelle und Ressourcen. (Quelle: Amazon Web Services)
IBM watsonx Plattformnutzung und Ressourcenverbrauch im watsonx Ökosystem Details richten sich nach Produkt und Deployment. (Quelle: IBM)

Interessant ist dabei der Blick auf die tatsächlichen Hürden in Unternehmen.

Von Unternehmen, die KI erwogen, aber nicht eingesetzt haben, nannten 72 Prozent fehlendes Wissen, 62 Prozent Unklarheiten über rechtliche Folgen, 60 Prozent Datenschutz beziehungsweise Privatsphäre, 44 Prozent Probleme mit Verfügbarkeit oder Qualität notwendiger Daten und 32 Prozent zu hohe Kosten. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Für uns ist daran besonders interessant: Die reine Lizenzfrage ist nur ein Teil des Problems. Häufig entscheidet viel stärker, ob das Unternehmen überhaupt einen ausreichend gut definierten Prozess, passende Daten und genügend Know how besitzt.

Deshalb sollte nicht nur gefragt werden:

„Was kostet der Agent?“

Sondern auch:

„Was kostet uns die Einrichtung, Kontrolle und Wartung und wie viel Arbeitszeit sparen wir danach wirklich?“

Wer bietet KI Agenten an?

Der Markt lässt sich grob in große Plattformanbieter, spezialisierte Lösungen und individuell entwickelte Agenten einteilen.

Zu den bekannten Plattformanbietern gehören Microsoft Copilot Studio, SAP Joule Agents, Amazon Bedrock Agents und IBM watsonx. (Quelle: Microsoft; SAP; Amazon Web Services; IBM)

Daneben existieren spezialisierte Lösungen für einzelne Bereiche wie Kundenservice, Vertrieb oder Recruiting. Eine weitere Möglichkeit ist die individuelle Entwicklung eines Agenten, der auf einen konkreten Prozess, vorhandene Systeme und die eigenen Unternehmensdaten zugeschnitten wird.

Welche Variante sinnvoll ist, hängt weniger davon ab, welcher Anbieter gerade am bekanntesten ist, sondern davon, wo und wofür der Agent arbeiten soll.

Ein Unternehmen, dessen Prozesse ohnehin stark in Microsoft 365 stattfinden, hat andere Voraussetzungen als ein Unternehmen mit SAP Landschaft oder ein Betrieb, der einen komplett individuellen Workflow benötigt.

 

Lösung Besonders interessant für Typischer Ansatz
Microsoft Copilot Studio Unternehmen im Microsoft Ökosystem Agenten mit Microsoft Diensten, Unternehmenswissen und verbundenen Systemen
SAP Joule Agents Unternehmen mit SAP Prozessen Agenten innerhalb von ERP und Geschäftsprozessen
Amazon Bedrock Agents Unternehmen mit eigener AWS Infrastruktur oder individuellen Anwendungen flexible Entwicklung und Orchestrierung eigener Agenten
IBM watsonx Unternehmen mit Fokus auf Unternehmens KI und Governance Entwicklung und Integration von KI Lösungen im watsonx Ökosystem
Individuelle Lösung Unternehmen mit sehr spezifischen Abläufen Agent wird auf Prozess, Systeme und vorhandene Daten zugeschnitten

 

Drei Wege zum KI Agenten: Plattformlösung, spezialisierte Lösung und individueller KI Agent im Vergleich

Fazit: Ein guter KI Agent beginnt mit einem guten Prozess

KI Agenten können Unternehmen Arbeit abnehmen. Aber sie sind kein Schalter, den man einmal umlegt und danach läuft alles automatisch.

Das merken wir auch bei unseren eigenen Experimenten und Entwicklungen im Weis Portal.

Je klarer wir einem Bot sagen können, was er tun soll, welche Informationen er verwenden darf, in welcher Reihenfolge er vorgehen soll und was bei einem Fehler passiert, desto zuverlässiger funktioniert der Prozess.

Und genau deshalb würden wir Unternehmen nicht empfehlen, mit der Frage „Welchen KI Agenten sollen wir kaufen?“ zu starten.

Beginnen Sie mit Ihrem Arbeitsalltag.

Welche Aufgabe wiederholt sich ständig? Wo gehen jeden Monat viele Stunden verloren? Welche Informationen müssen Mitarbeiter immer wieder zusammensuchen? Und lässt sich dieser Prozess überhaupt so eindeutig beschreiben, dass ein Agent ihn übernehmen kann?

Wenn die Antworten darauf passen, wird es interessant.

Dann kann aus KI tatsächlich mehr werden als ein Chatfenster, in das man Fragen eingibt, nämlich ein Werkzeug, das konkret Arbeit übernimmt.

Und genau daran arbeiten wir auch bei Weis Digital: nicht möglichst viele KI Bots zu bauen, sondern herauszufinden, an welchen Stellen sie uns und unseren Kunden tatsächlich Arbeit abnehmen.

Wenn Sie prüfen möchten, welche Prozesse in Ihrem Unternehmen für einen KI Agenten geeignet sind, unterstützen wir Sie bei der Auswahl, Konzeption und technischen Umsetzung. Weitere Informationen finden Sie bei unserer KI Agentur in Viersen.

Ein KI Agent ist ein Softwaresystem, das nicht nur auf eine einzelne Frage antwortet, sondern ein vorgegebenes Ziel verfolgen kann. Dafür kann er Aufgaben in einzelne Schritte zerlegen, Informationen abrufen, Werkzeuge verwenden und abhängig von seinen Berechtigungen Aktionen in verbundenen Systemen durchführen.
Ein Chatbot reagiert hauptsächlich auf Eingaben und gibt eine Antwort. Ein KI Agent erhält dagegen ein Ziel und kann daraus mehrere Arbeitsschritte ableiten, Werkzeuge verwenden, Informationen abrufen und Aktionen ausführen. (Quelle: Plattform Lernende Systeme) Vereinfacht gesagt: Ein Chatbot antwortet. Ein KI Agent kann handeln.
Ein KI Assistent unterstützt einen Menschen bei einer konkreten Aufgabe. Der Mensch stößt die einzelnen Arbeitsschritte in der Regel selbst an. Ein Agent kann dagegen innerhalb seiner vorgegebenen Grenzen mehrere Schritte selbst planen und durchführen. Der Assistent hilft bei der Arbeit. Der Agent kann Teile des Arbeitsablaufs übernehmen.
Geeignet sind vor allem klar strukturierte und wiederkehrende Prozesse. Dazu können beispielsweise Kundenanfragen, Recherche, Informationsaufbereitung, Reporting, Datenverarbeitung, Angebotsvorbereitung oder bestimmte interne Workflows gehören. Welche Aufgaben tatsächlich sinnvoll automatisiert werden können, hängt stark von den vorhandenen Daten, Systemen und Kontrollanforderungen ab.
Einen allgemeingültigen monatlichen Preis gibt es nicht. Microsoft arbeitet beispielsweise mit Copilot Credits, SAP mit verbrauchsabhängigen Einheiten und bei AWS entstehen unter anderem Kosten durch verwendete Modelle und Ressourcen. (Quelle: Microsoft; SAP; Amazon Web Services) Zu den reinen Plattformkosten kommen je nach Projekt außerdem Einrichtung, Schnittstellen, Entwicklung, Testing und laufende Wartung hinzu. Deshalb sollte man nicht nur fragen, was die Software kostet, sondern was der gesamte automatisierte Prozess kostet und wie viel Arbeitszeit er tatsächlich einspart.
Laufende Kosten können unter anderem durch Modellaufrufe, Credits beziehungsweise Nutzungseinheiten, Cloud Infrastruktur, Datenverarbeitung, angebundene Systeme und Wartung entstehen. Zusätzlich gibt es einen Kostenfaktor, der auf keiner Preisliste steht: menschliche Kontrolle. Wenn Mitarbeiter regelmäßig Ergebnisse prüfen, Fehler analysieren oder Abläufe nachjustieren müssen, gehört auch diese Arbeitszeit in eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Zu den großen Plattformanbietern gehören unter anderem Microsoft mit Copilot Studio, SAP mit Joule Agents, Amazon Web Services mit Bedrock Agents und IBM mit watsonx. (Quelle: Microsoft; SAP; Amazon Web Services; IBM) Daneben gibt es spezialisierte Lösungen für einzelne Einsatzbereiche sowie die Möglichkeit, Agenten individuell für einen bestimmten Unternehmensprozess zu entwickeln.
Ja. Abhängig von der eingesetzten Plattform können Unternehmen Agenten über Low Code beziehungsweise No Code Umgebungen konfigurieren oder individuell entwickeln. Entscheidend ist dabei nicht nur das verwendete KI Modell. Ein funktionierender Agent benötigt klare Aufgaben, geeignete Datenquellen, notwendige Zugriffsrechte, Schnittstellen zu anderen Systemen und Regeln dafür, was er selbstständig tun darf. Genau mit solchen eigenen Bots und Workflows arbeiten wir auch innerhalb unseres Weis Portals.
KI Agenten sollten nicht pauschal als Ersatz für Mitarbeiter betrachtet werden. Sinnvoller ist die Frage, welche einzelnen Arbeitsschritte sie übernehmen können. Bei Zieldefinition, Kontrolle, Bewertung, Ausnahmefällen und verantwortlichen Entscheidungen bleibt der Mensch weiterhin wichtig. Gerade bei komplexeren Prozessen kann sich die menschliche Arbeit deshalb eher verschieben, anstatt vollständig wegzufallen. (Quelle: Plattform Lernende Systeme)
Nicht nur für große Unternehmen. Entscheidend ist weniger die Unternehmensgröße als die Art der Aufgabe. Besonders interessant sind wiederkehrende digitale Abläufe, die sich eindeutig beschreiben lassen und bei denen die notwendigen Informationen verfügbar sind. Ein Prozess, der täglich oder wöchentlich viele Male durchgeführt wird, kann ein guter Kandidat sein. Für eine seltene Aufgabe, die ein Mitarbeiter in zehn Minuten erledigt, lohnt sich die Entwicklung eines eigenen Agenten dagegen wahrscheinlich nicht.
Am besten mit einem eng begrenzten Pilotprozess. Zunächst wird ein konkretes Ziel festgelegt. Danach werden Prozess, Datenquellen, Zugriffsrechte und notwendige Kontrollpunkte definiert. Anschließend lässt sich der Agent in einem kleinen Rahmen testen. Erst wenn sich zeigen lässt, dass wirklich Zeit gespart wird und die Qualität stimmt, sollte der Prozess ausgeweitet werden.
Über den Autor:
Niklas Weis
Niklas ist Gründer von Weis Digital und beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit Online-Marketing. Er betreut und berät namhafte Kund:innen im Bereich SEO, GEO und KI-Transformation.
8. Oktober 2026
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